Michael Jackson – ein Peter Pan

Joachim Schneider

Außergewöhnliche Leistungen sind ein Zeichen archetypischer Energie.
Deepak Chopra

Ein Grund für Michael Jacksons Erfolg und seinen exzentrischen Lebensstil war wohl, dass er den Archetypen des ewigen Jünglings, im Lateinischen  „Puer Aeternus“  auslebte.

In der Psychologie Carl Jungs beschreibt der Puer Aeternus, das immer junge, göttliche Kind, einen Mann, der charmant, liebevoll und kreativ ist und seinen Träumen nachgeht.  Er ist voller Leben.  Da sein Gefühlsleben das eines heranwachsenden geblieben ist, kann er zuweilen für sein Umfeld etwas anstrengend sein.  Auch  ist  er  von  seiner Mutter abhängig. Der Puer führt ein Übergangsdasein, weil er Angst hat, in Lebensumstände zu kommen, denen er nicht entfliehen kann.  Ob Frau oder Arbeit, die Dinge sind nie ganz so, wie er sie sich wünscht und er hofft, dass die Zukunft ihm seinen wirklichen Traum erfüllt. Der Puer schätzt Unabhängigkeit und Freiheit und findet jegliche Einschränkungen unerträglich.  Das weibliche Pendant ist die Puella Aeterna, das ewige Mädchen, das von Ihrem Vater abhängig ist.

Wie alle Archetypen hat der Puer Licht und Schattenseiten.  Das göttliche Kind steht für Neues, Entwicklung und Hoffung auf die Zukunft.  Er lässt das Erscheinen des Helden erahnen, zu dem er wie im Falle von Herakles werden kann, der durch emotionale Verspieltheit und außergewöhnlichen Mut auffiel. Der Schatten ist der Kindmann, der sich weigert, erwachsen zu werden,  die Herausforderungen des Lebens anzunehmen und stattdessen auf sein Schiff wartet, dass all seine Probleme lösen wird.

Peter Pan, die bekannte Roman- und Disneyfigur ist ein Puer Aeternus,  göttlicher Botschafter und Ziegengott Pan, der anfangs sogar mit  Flöte und Ziege auf der Bühne stand.  Michael Jackson verglich sich mit Peter Pan,  dem Jungen, der nicht erwachsen werden wollte und benannte seinen Vergnügungspark  „Neverland“, nach der in dieser Geschichte vorkommenden Welt, in der fast keiner alt wird.  Manche sprechen davon, dass Michael Jackson an einem Peter Pan Syndrom litt.
Anstatt diese Energie des Jung bleiben wollens in all ihren Facetten als „verantwortungslos“  zu bekämpfen, hat Michael Jackson deren Leichtigkeit, Naivität und Herzlichkeit  angenommen und der Welt etwas ganz besonderes geschenkt. Danke.

Herzlichst

Joachim Schneider

© Juni 2009 Joachim Schneider

2 comments to Michael Jackson – ein Peter Pan

  • martina Kaufmann

    Vielen Dank für ihre schönen Worte und die Wertschätzung des Menschen Michael Jackson.

  • Horst

    Für mich, soweit ich die Person, die weder Du noch ich näher gekannt haben, war MJ ganz weit weg , von dem , was er wirklich war. Meister Eckart hat einmal einen sehr wahren Satz gesagt, der mich nie wieder losgelassen hat: „Ich bin was ich war, bevor das Ich war!“ Wer das realisiert, oder auch nur annähernd begriffen (gefühlt) hat, braucht nichts anderes mehr sein wollen, als das, was er ist! Das ändert nichts daran, dass er ein großartiger Künstler war – schade, dass er sich nicht so annehmen konnte, wie er war.
    Salve – Horst

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