Warum Unvorhersehbarkeit weh tun und Ungewissheit einen aufblühen lassen kann

Deepak Chopra vom 10. Mai 2010 (Auszüge)

Ob man in China unliebsamen Zeitgenossen wirklich „ungewisse Zeiten“ wünscht, weiß ich nicht, aber viele Menschen fürchten sich vor Ungewissheit. Die Rohölkatastrophe in den Feuchtgebieten Louisianas, der versuchte Bombenanschlag am Times Square und Griechenlands heikle finanzielle Lage, die den Aktienkurs in den Keller gehen ließ, haben in vielen Menschen besonders große Ungewissheit ausgelöst. Wall Street kann Ungewissheit nicht ausstehen und spiegelt unsere eigene Furcht wider, wenn sich der Boden unter unseren Füßen bewegt.

Einerseits kann es höchst destruktiv sein, wenn man vom Stress unvorhersehbarer Umstände geplagt wird. Andererseits entstehen die größten Chancen im Leben durch Ungewissheit. Die Zerstörung des Alten, ermöglicht das Neue.

Alle neuen Ideen entstehen im Ungewissen. Die kreativsten Menschen gehen freudig auf das Ungewisse zu: sei es eine leere Leinwand, ein weisses Blatt Papier oder etwas Unerforschtes.  Bekanntes, Konventionen und Antworten aus zweiter Hand langweilen diese Menschen. Wenn das Leben vorhersehbar wäre, würde alle Kreativität verschwinden. Es gäbe keine Geniestreiche oder Quantensprünge. Jeden Tag dasselbe Mittagsmenü  immer im selben Restaurant zu bestellen, passt nur zu einer Minderheit und fühlt sich für die meisten Menschen grau und eintönig an.

Es gibt keinen Ort der Begegnung zwischen diesen beiden Seiten der Ungewissheit. Wenn Ihr Vorgesetzter unerwartet zu Wutanfällen neigt, wird das Ihre kreative Ader kaum beleben. Sie werden sich stattdessen eher zurückziehen und versuchen, den Stress nicht an sich heranzulassen. Im Schneckenhaus zu bleiben ist in so einer Situation verständlich. Aublühen können wir in der Ungewissheit, wenn wir ihr den Stress nehmen.

Ungewissheit spürt man viel mehr im Inneren als im Äusseren. Keiner von uns wird heutzutage willkürlich Elektroschocks ausgesetzt.  Ungewissheit ist hausgemacht.  Um Ungewissheit annehmen zu können ist es wichtig, sie positiv und nicht negativ zu sehen.

Die folgenden Glaubenssätze sind hierbei hilfreich und darüberhinaus wahr:

Die Natur beseitigt Altes und macht Platz für Neues.

Was wie Zerstörung aussieht, ist die Vorbereitung der Schöpfung.

Willkürliche Ereignisse sind die Zwischenstation zwischen einer Form und der anderen.

Unser Leben entfaltet sich zu bedeutungsvollen Formen.

Wahrnehmung ist eine Entscheidung. Wir haben die Wahl, ob wir eine Situation als chaotisch oder kreativ ansehen wollen.

Angst vor Unbekanntem ist nicht angeboren. Sie kommt von alten Mustern und kann überwunden werden.

Ohne Ungewissheit können wir unsere grössten Ziele nicht erreichen. Meine Risiken oder Ängste sind auch meine Chance.  Bei genauerer Betrachtung stellen wir fest, dass es realistischer ist, in einer Situation die Chancen zu sehen, als die Risiken. Die Natur riskiert nichts, wenn sie neue Arten, Moleküle oder Galaxien erschafft. Sie bedient sich der Wiege der Schöpfung und lebt uns eine kreative Einstellung vor .

Herzlichst,

Deepak

© Copyright 2010 Deepak Chopra  intent.com.  Aus dem Amerikanischen  angepasst von  Joachim Schneider

4 comments to Warum Unvorhersehbarkeit weh tun und Ungewissheit einen aufblühen lassen kann

  • Sylvia Münchenhagen

    Es muß nicht unbedingt Altes zerstört werden, um Neues zu ermöglichen. Neues kann auch sehr gut neben Altem existieren, was auch in der Natur vorkommt. Neues entsteht sehr oft aus einem Mangel oder Bedarf heraus, nicht unbedingt aus etwas Ungewissem.
    Jeden Tag in das gleiche Restaurant zu gehen wäre kein Problem, wenn der Koch kreativ ist.

  • Sylvia Münchenhagen

    Es ist in einer vertrackten Situation begrüßenswert, auch einmal die Chancen zu sehen und nicht immer nur das Negative. Leider fällt uns das meistens dann nicht ein. Aber man sollte deshalb nicht die Risiken außer Acht lassen, so blauäugig sollte man nicht sein. Eine gute Balance wäre angebracht. So ein Hinweis, auch auf die Chancen zu achten, tut gut, damit man ein Problem nicht nur einseitig betrachtet.
    Ach ja, „im Chaos liegt die Kreativität“ sagte mein Sohn immer zu mir, wenn er sein Zimmer aufräumen sollte, da warte ich heute noch auf die Chancen!!!

  • Erika Gassmann

    Ich finde das alles sehr interessant und einleuchtend, und es ist verständlich beschrieben. Ich kam auf das Buch „Die heilende Kraft“ von Deepak Chopra durch Harold Klemp, dem Führer von ECKANKAR, der Religion von Licht und Ton. Er empfiehlt es. Ich las schon andere Bücher von Deepak Chopra und fand keine Unstimmigkeiten zwischen dem, was er schreibt, und dem, was ich durch Literatur und Kontemplation in ECKANKAR lerne.

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