Mühelose Befreiung von ungewollten Abhängigkeiten mit Ayurveda

Deepak Chopra

Auszüge aus Deepak Chopras Buch Körperseele

Beim Ayurvedischen Ansatz zur Befreiung von Sucht handelt es sich im Wesentlichen um eine Selbstheilung. Niemand zwingt Sie in ein Programm.

Es gibt keine Konfrontation und keinen Druck.

Laut Ayurveda geht Abhängigkeit von Alkohol, Zigaretten oder Drogen auf fehlende Ausgeglichenheit zurück.

Klare, gesunde Botschaften vom Körper  kommen daher entweder verzerrt oder überhaupt nicht mehr an. Ayurveda erklärt Suchtverhalten als eine Verzerrung der Intelligenz auf einer sehr tiefen Ebene der Persönlichkeit. Das Smriti (Gedächtnis)  ist das, was alle Entscheidungen steuert. Damit eine Zelle sich verändern kann, muß sie ihren inneren Schaltplan ablesen, auf dem alle Erinnerungen, Funktionen und Tendenzen gespeichert sind. Wenn dieser Schaltplan defekt ist, führt dies zu einer Störung der gesamten Zelle.

Um eine Sucht wirklich loszuwerden, ist es notwendig den Schaltplan des Zellgedächtnisses zu ändern. Es reicht nicht die Zellen zu entgiften, den Abhängigen zu beraten und der Person andere Verhaltensweisen beizubringen. Diese Schritte haben gewiß ihren Wert, aber die Sucht wurzelt letztendlich im Gedächtnis, und dort ist sie auch zu entwurzeln.

Kur ohne Zwang

Manche Entzugsprogramme verwenden  Konfrontation, und betonen die Notwendigkeit ständiger Wachsamkeit gegenüber der „allgegenwärtigen“ Gefahr eines Rückfalls.  „Das Tier sitzt dir im Nacken“, wird dem Süchtigen gesagt, „und wird dort für den Rest deines Lebens bleiben.“ Die Logik dahinter ist, dass Süchtige erst dann geheilt werden, wenn sie zwanghaft enthaltsam geworden sind.

Die Sichtweise von Ayurveda ist eine völlig andere. Der Grundstein unserer Entzugsprogramme ist die Überzeugung, dass der Süchtige seine Gewohnheit automatisch aufgibt, wenn man ihm eine Quelle größerer Befriedigung zugänglich macht.

Eine größere Befriedigung finden

Die Ursache für jedes Suchtverhalten ist die Suche nach Befriedigung.  Alkohol, Zigaretten und Drogen verursachen einen unvorstellbaren Schaden, aber ihre Konsumenten erfahren dennoch durch sie eine gewisse Befriedigung, oder zumindest eine Erleichterung von einer anderfalls für sie schier unerträglichen Belastung. Süchtige bleiben bei ihrem Verhalten, weil sie keinen anderen Weg sehen. Schuldgefühle, ein schlechtes Gewissen, Reue und Selbstanklage helfen da wenig. Wenn Menschen eine größere Quelle der Befriedigung finden, entsteht der natürliche Wunsch, sich von der Sucht zu befreien.

Meditation reduziert Suchtbedarf

Die folgenden Studien in Amerika und Europa zeigen, dass, wenn Süchtige meditieren lernen, sie weniger nervös sind, und dadurch ihr Bedarf an Alkohol, Drogen und Tabak auch abnimmt.

1972: Nachdem sie 21 Monate lang meditierten, haben von 1860 Versuchspersonen über 95% mit ihrer Drogenabhängigkeit aufgehört (Marihuana, Barbiturate, Amphitamine, Hallizogene)

1974: Nach ein- bis dreimonatiger Meditation gaben über die Hälfte der Versuchspersonen ihre Marihuamaabhängigkeit auf. Nach 2 Jahren gaben 72 % Ihren Konsum von Marihuana völlig auf.

150 Meditierende senkten ihren Marihuana, und Alkoholkonsum während Nichtmeditierende keine Veränderung bemerkten.

All diese Ergebnisse kamen zustande, ohne dass diese Personen in einem Rehabilitierungsprogramm waren.

Es gibt auch Einzelgeschichten. Einer fünfzehnjährigen Alkoholikerin gelang es durch Meditation von dieser Abhängigkeit frei zu werden, nachdem alle anderen Versuche  sich von der Sucht zu befreien, scheiterten.

Sofern die Sucht im Frühstadium behandelt wird, kommt es bei einer großen Anzahl von Patienten bald zu einer völligen Suchtbefreiung.

Indem sie Stress beseitigt, frischt Meditation die Erinnerung der Zelle an ihren eigenen Normalzustand auf. Wiederholte Meditation, täglich ausgeübt, gibt dem Gedächtnis immer wieder einen Anstoß, bis die Zellen schließlich zu ihrem Normalzustand zurückkehren und ihre abnormalen Rezeptoren gegen ein normales Muster eintauschen. Der durch die Sucht unterbrochene Kreis ist wieder geschlossen.

Tipps, um mit dem Rauchen aufzuhören

Diese Tipps können generell auch auf andere Verhaltensweisen angewendet werden, zu denen Sie in einer ungewollten Abhängigkeit stehen

1.  Regelmäßig meditieren

2. Machen Sie nicht den Versuch, resolut mit dem Rauchen aufzuhören. Das macht viel Stress. Dickköpfige Entschlossenheit ist darüberhinaus der Schlüssel zum Mißerfolg. Nikotinsucht beginnt unbemerkt, genauso wie die Gewohnheit, nach einer Zigarette zu greifen. Um diese Gewohnheit zu beenden, können Sie sich genau so absichtslos umerziehen.

3. Tragen Sie ihre Zigaretten bei sich. Die Strategie, Zigaretten wegzuwerfen, macht scheinbar Sinn, führt aber nur zur Verlegenheit, bei Freunden und Fremden zu schnorren.

4. Achten Sie auf die automatischen Reflexe, die dazu führen, dass Sie nach einer Zigarette greifen und lösen sie sich davon.

Die letzte Empfehlung ist die wichtigste und bedarf einer Erklärung. Alle Raucher stecken sich ihre Zigaretten auf ein bestimmtes Signal hin an. Für manche ist es der Griff zum Telefon, für andere das Einschalten des Fernsehers, der Beginn eines Gesprächs oder das Ende einer Mahlzeit. Sie kennen wahrscheinlich Ihre Signale. Wenn nicht, machen Sie sich die Mühe, sich zu beobachten.

Bewusst sein

Anstatt auf diese Signale zum Rauchen automatisch zu reagieren,  rauchen Sie bewusst. Gehen Sie mit Ihren Gedanken ganz zum  Rauchen.

Wenn Sie sich beim Anzünden ertappen, halten Sie einen Augenblick inne, und fragen Sie sich, ob Sie wirklich rauchen wollen.

Wenn ja gehen Sie vor die Tür und setzen Sie sich ruhig allein irgendwo hin. Rauchen sie die Zigarette ganz bewusst.

Während Sie rauchen, achten Sie auf Ihren Körper. Fühlen Sie den Rauch in Ihrer Lunge, die Empfindungen im Mund, in der Nase, der Kehle, dem Magen oder anderswo.

Führen Sie Buch über Ihr Rauchverhalten. Nehmen Sie ein Blatt Papier oder ein kleines Tagebuch zur Hand, und schreiben auf, wann sie rauchen, wie viel und was Sie spüren. Schreiben Sie auf, ob  Sie bewusst geraucht haben oder automatisch und wie Sie sich dabei fühlen.

Auf lange Sicht kann kein Entwöhnungsprogramm ohne Mitgefühl und Zuwendung erfolgreich sein. Wenn Sie Rat suchen, achten Sie bei Beratern, Ärzten oder Bekannten auf diese Eigenschaft.

Sich verzeihen

Wenn Sie ernsthaft alkohol- oder drogensüchtig sind, haben Sie möglicherweise das Gefühl, dass Sie Ihr ganzes Leben ruiniert haben. Viele Süchtige haben sich selbst und ihren Familien Leid zugefügt. Erinnern Sie sich daran,  dass Negativität nicht Ihrer Natur entspricht. Negativität ist das Ergebnis physischer und psychischer Schlacke (auf Sanskrit „Ama“), die sich mit der Zeit in Ihnen angesammelt hat. Sie sollten diesem Schutt gegenüber dieselbe Einstellung haben wie gegenüber anderem Schmutz – Waschen sie ihn einfach ab, und damit ist die Sache erledigt. Wenn andere versuchen, Sie daran zu erinnern, wie zerstörerisch Sie in der Vergangenheit waren, nehmen Sie diese Kritik gelassen hin. Was vergangen ist, ist vergangen. Sie können es nicht noch einmal leben und sollten sich deshalb auch nicht ständig daran erinnern.

Gleichgesinnte finden

Umgeben Sie sich mit gesunden Menschen und überlegen Sie sich, ob Sie sich einer Therapiegruppe anschließen möchten. Viele Süchtige empfinden dies als einen wichtigen Schritt zur Rückkehr in ein normales Leben.  Eine einfühlsame, positiv eingestellte Beratung ist  hilfreich.

Sich Zeit geben

Es ist normal, während der Umstellungsphase gelegentlich rückfällig zu werden. Natürlich werden sie dann enttäuscht sein. Versuchen Sie jedoch dies nicht als persönlichen Mißerfolg zu sehen. Der Körper braucht seine Zeit, um sich wieder auszugleichen.

Halten Sie stattdessen Ausschau nach Anzeichen von Selbstfindung, nach Glücksgefühlen, Momenten der Freude und des Genießens, besserem Schlaf, ruhigeren Träume, dem Verschwinden von Mund- und Körpergeruch, weniger Schwitzen, zunehmender körperliche Stärke und Ausdauer sowie einer geregelteren Verdauung und Atmung. Das Kriterium für Erfolg ist nicht, wie lange Sie es ohne Rückfall aushalten.

2010 Joachim Schneider info www.sanft-und-muehelos.de

7 comments to Mühelose Befreiung von ungewollten Abhängigkeiten mit Ayurveda

  • Angelika Mc CLair

    Habe schon alles mögliche,gemacht um mich von meiner Nikotinsucht zu befreien,Meditiere auch!
    Leider habe ich es noch nicht geschaft.
    Möchte so gerne das rauchen loswerden,aber weiß nicht wie!

    Herzensgrüße
    Angie

  • Anja

    Das ist genau das richtige, was ich als Bestätigung gebraucht habe. Mit dem rauchen aufzuhören ist in meinen Augen ein Prozess, neben wirklicher körperlicher Abhänigkeit spielt Gewohnheit meines Erachtens eine große Rolle. Ich bin gerade dabei mit umzuerziehen, neues Verhalten zu lernen. Mein Leitsatz hierbei ist: „gib dir einfach mal die Chance zu schauen, wie es sich anfühlt nicht mehr zu rauchen. Probiere es einfach mal aus, anfangen kannst du jeder Zeit wieder.

    Begleitet von Mitgefühl und Verständnis, dass es zum einen Zeit braucht und Druck das Gegenteil bewirkt.

    Herzliche Grüße Anja

  • Nina

    Liebe Angie, ich weiß von mir (ich höre gerade wieder auf und bin mittendrin), dass genau diese dickköpfige Entschlossenheit und der Wille es zu schaffen, mich durchhalten lassen. Ich möchte keine Anhängigkeiten mehr in meinem Leben und genieße es schon jetzt nicht mehr zu „Stinken“ und dieses „Müllgefühl“ in meinen Lungen zu haben. Sicher bin ich fast am explodieren, aber ich weiß, dass es besser werden wird-sobald der Körper den Entzug überwunden hat. Sicher läuft der psychische, vielleicht sogar auch emotionaler Entzug nebenher. Rauchen ist als Sucht eben mit vielen Mechanismen verbunden. Wann immer man sich belohnen will, oder eine Pause braucht oder STress hat…oder vieles mehr, greif nach etwas anderem: Tee, Kaugummi, Obst…etc. Nikotinkaugummis helfen in den schlimmsten Momenten, in Apotheken gibt es sogenannte Kräuteretten. Was mir wirklich hilft, ist mein Wollen es zu schaffen…einfach stur nicht rauchen…und von der Umgebung Hilfe einfordern und Verständnis. Akupunktur entspannt für einige Momente. Was mich wirklich ärgert sind Kommentare oder Studien von Menschen, die nie geraucht haben-ich denke Deepak Chopra gehört dazu und ist hier vielleicht halb oder falsch interpretiert worden. Sicher gibt es ein Gedächtnis, auch ein Zellgedächtnis…dass zu überwinden, gibt es Techniken wie Yoga, Pranayamas und Meditation-vorausgesetzt, dass man die Ruhe dazu findet. Meine Motivation ist auch ein großes (bisher fast leeres) Glas, in das ich die Geldscheine, die nun bleiben, reinwerfe, um im Oktober 2016 für 3 Monate nach Indien zu reisen. Das lohnt sich…Das Verhältnis von Entzug/ Verzweiflung und Freude/ Mut verändert sich von Tag zu Tag…irgendwann wird die Freude siegen. Alles Liebe-Du schaffst das

  • Sigi

    So einfach ist es leider nicht. Ich würde rückfällig nach 6 Jahren, obwohl ich regelmäßig meditiert habe und Yoga gemacht habe. Es kommt mir vor als wäre diese Sucht ein ganz tief verankertes Vasana. Ich habe gemerkt das Abstinenz noch keine Heilung ist. Ich bin aber überzeugt davon, dass sich diese Muster auflösen lassen. Ich bin für jede Hilfe dankbar.

  • Timur Christopher

    Was ich hier lese ist absolut richtig und wahr. Eine weitere helfende Perspektive möchte ich doch noch geben. Nicht gegensätzlich, sondern komplementär. Ich studiere an der Uni Theologie und im Privaten auch den Hinduismus, nach besten Kräften. Eines fällt sehr schnell auf. Hier will ich keinen Unsinn schreiben, also sage ich einfach, Krishna, der Bhagavan, und Yshua Christus sind eng verwandt. An den lehren Christus, seinen Ausprüchen in der Bibel, kann man als ganz normaler Mensch eine wunderbare, beispielhafte Anleitung ablesen, wie man das höchste Wissen, welches in der Bhagavad-Gita zu finden ist, umsetzen kann. Arjuna wird es erzählt, Yshua/Jesus setzt es einige Jahre später direkt um; als ganz einfacher, ganzer Mensch. – Er siegt ohne gewaltsam zu Kämpfen, die Gewalt wandelt er zu unumstößlicher Kraft, nutzt sie jedoch zur Umwandelung seiner Selbst, nicht zwingt er seine Feinde sich zu ändern. Er liebt sie sogar; und genau das ist die Basis nicht in Versuchnung zu geraten, seine Feinde ändern zu wollen, dazu hat niemand das Recht. Deshalb scheitern all solche Versuche. Man kann sich selber ändern, denn dazu hat man das Recht. Und wie es ganz bestimmt gelingt, kann man gut herausfinden durch eine Sythese beider Schriften.

  • Anna

    Ich hatte bereits für ein paar Monate mit dem Rauchen aufgehört und leider wieder angefangen. Das Problem war bei mir, dass ich von starken Blähungen geplagt wurde, die mit der Zeit leider auch nicht nachließen, weshalb ich wieder anfing. Durch Yoga und Meditation wurde mein Geist zwar ausgeglichener, aber mein Körper konnte den Rhytmus nicht finden. Gibt es im Ayurveda irgendwelche Mittel, die der Verdauung wieder zu einem Gleichgewicht verhelfen können?
    Auf einer anderen Seite habe ich etwas von Triphala gelesen. Wäre dies bei Raucherentwöhnung empfehlenswert?

  • Joachim Schneider

    Hallo!
    vielen Dank für all Ihre Kommentare!

    Deepak Chopras Ansatz, um das Rauchen aufzuhören finden Sie in diesem Video. Bevor er raucht, geht er in die Natur hinaus und fragt die Lunge „Willst Du das überhaupt? Beim Rauchen, beobachte genau die Reaktionen im Körper. Er empfiehlt darüberhinaus, bewusst zu rauchen und sich voll auf die Zigarette zu konzentrieren und nicht nebenher beim Telefonieren. Dies reduziert die Anzahl an Zigaretten, die man raucht.
    https://www.youtube.com/watch?v=rtL_dhXBjB0
    Ich bin kein Ayurvedischer Arzt, jedoch ein von Chopra ausgebildeter Meditationslehrer. Auf einer Ayurveda Seite lese ich, dass man Wasser trinken und Lobelia zu sich nehmen soll. Die Passionsblume zu rauchen würde auch helfen,und auch Bärendreck bzw. Ingwer. http://www.ayurvedicindia.info/ayurvedic-herbs-to-quit-smoking/. Sagen Sie jedem, dass Sie mit Rauchen aufhören. Hier weitere Infos auch zur Einnahme von Lobelia.
    http://www.paracelsus.de/heilv/rauchfrei.asp

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