Lebenskraft einatmen

David Simon, März, 2011

Atmen ist Leben. Dein Leben beginnt, wenn Du einatmest. Wir atmen im Durchschnitt eine halbe Milliarde Mal in unserem Leben. Mit jedem Atemzug tauschen wir unsere Moleküle mit denen der Umgebung aus. Wir entlassen und nehmen Billionen von Molekülen auf, die ursprünglich Teil eines anderen Lebewesen waren.  Atmen ist lebensnotwendiges Recycling von Lebensenergie. Am Ende unseres Lebens atmen wir das letzte Mal aus und geben damit unsere Individualität zurück an das Universum.

Im Ayurveda und Yoga ist der Atem Lebensenergie, auf Sanskrit  „Prana“. Prana ist “der Flug eines Vogels der, wie an einen goldenen Faden gebunden, von der Erde hoch in den Himmel aufsteigt.“  Die Erde verkörpert unsere lebensnotwendigen Bedürfnisse durch das Wurzelchakra, im Sanskrit Muladhara. Der Himmel ist das intuitive Zentrum im Gehirn, bekannt als Ajna Chakra in welchem unsere Individualität Zugang zur kosmischen Kreativität hat. Der goldene Faden verkörpert die Verbindung vom Ego zur Seele. Der Atem ist der empfindliche und doch starke Faden der Körper, Sinne, Geist, Seele und Umwelt zusammenhält. Müheloses Atmen ist das Kennzeichen einer gesunden Verbindung zwischen den verschiedenen Schichten unseres Seins.

Der Atem spiegelt den Geist wider

Geist und Atem beeinflussen einander gegenseitig. Das nächste Mal, wenn Du angespannt oder ängstlich bist, beobachte, wie der Atem diese Unruhe widerspiegelt. Studien über Meditation zeigen, dass ein ruhiger Geist einen ruhigen Atem bewirkt.

Die Atmung bewusst ausgleichen schenkt Ruhe und Lebenskraft. Babys und Kleinkinder atmen natürlich und mühelos. Erwachsene lernen oft, ihre Begeisterung zu unterdrücken, was den Atem beengt. Anstatt tief in den Unterleib einzuatmen, atmen Viele hauptsächlich im Brustkorb und sammeln dort Stress an.

Wieder natürlich atmen

Den Atem ausgleichen nennt man Pranayama. Es gibt viele verschiedene Pranayama Übungen für mehr Energie und Ruhe. Allen gemeinsam ist das bewusste, tiefe Einatmen in den Unterbauch. Tiefes Einatmen gefolgt von einem langsamen und vollständigen Ausatmen erholt und erinnert  daran, dass wir eins mit dem Universum sind.

Der gegenwärtige Augenblick ist nicht immer einfach anzunehmen.  Indem wir Gefühle im Körper und deren Botschaft wahrnehmen, können wir ruhig und gelassen bleiben und von einer Erfahrung profitieren.

Folgende Übung ist dazu gedacht, Widerstände und Verengungen loszulassen und sich für mehr Harmonie, Kreativität und Freude in der Gegenwart zu öffnen.

Tiefe Bauchatmung

1.  Setze oder lege Dich bequem hin.

2. Öffne den Gürtel oder andere Kleidungsstücke die den Bauch daran hindern, sich natürlich zu bewegen.

3. Lege die Hände auf den Unterbauch unter dem Nabel, und atme einige Male langsam und wachsam ein und aus.  Fühle wie Deine Hand sich mit jedem Ein- und Ausatmen auf und ab bewegt.

4. Während Du ausatmest, ziehe die Bauchmuskeln zusammen, um die Lunge noch mehr zu leeren. Wenn Dir das leicht fällt, kannst Du die Hand vom Bauch entfernen und mit geschlossenen Augen tief weiteratmen.

5.  Probiere ein einfaches Mantra aus, um die Atmung noch zu vertiefen. Beim Einatmen wiederhole still  “Ich” und beim Ausatmen “bin”.  Führe diese Übung ein paar Minuten lang durch.  “Ich ….. bin”, “Ich…. bin”

Nimm Dir tagsüber mehrmals  ein paar Minuten Zeit, Deinen Atem zu beobachten. Verlangsame Deine Atmung bewusst und achte darauf, wie sich dies auf Geist und Körper auswirkt. Wenn Du an Spannungen oder Widerständen  festhältst, atme mehrmals tief in den Bauch hinein und hinaus.  Atmen kann den stillen Beobachter in uns wecken. Wir sind in aber nicht von dieser Welt.

Herzlichst,

David Simon

© Copyright 2010 the Chopra Center for Wellbeing at La Costa Resort and Spa. 2013 Costa de Lar Rd. Carlsbad, CA 92009.  Aus dem Amerikanischen  angepasst von Silke Schnabl und Dr. Joachim Schneider.  Hier die Originalversion dieses Artikels in Englischer Sprache

1 comment to Lebenskraft einatmen

Hinterlassen Sie einen Kommentar

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>