Die andere Sichtweise erlauben

David Simon, Direktor des Chopra Centers

Mit Unklarheit, Zweideutigkeit oder Unsicherheit leben zu können, ist ein Zeichen von Erleuchtung, heißt es in den Veden. Auch wenn wir alle gerne offen und flexibel sind, sehnt sich das Ego doch nach Klarheit und Sicherheit. Das Ego möchte Ideen und Erfahrungen in Schubladen wie gut und böse, falsch und richtig, Opfer und Täter einordnen. Während diese Fähigkeit im Bewerten möglicher Gefahren im Umfeld extrem nützlich ist, hindern sie uns daran, offen zu sein und lassen uns an eingefahrenen Sichtweisen festhalten. Eine unflexible Sichtweise trennt uns vom großen Ganzen.

Wenn ich an „meiner“ Wahrheit, „meinem“ Glauben oder „meinem“ Blickwinkel festhalte, opfere ich die Freiheit des großen Ganzen für das Gefängnis der Trennung. Wenn ich meinen Standpunkt und den Standpunkt des anderen mit dessen Beweggründen annehmen kann,   sind wir wieder eins.
Vom Standpunkt des reinen Bewusstseins aus, ist alles Ausdruck des „EINEN“. Alles ist Gott in Verkleidung. Wenn Du Gott durch die Meinung eines anderen Menschen vernimmst, höre darauf, was „das Heilige“ zu sagen hat.
.. .wie der Sufi Dichter Hafiz schreibt: „ Wie höre ich anderen zu ? “

„ So als wäre jeder mein Meister, der seine letzten Worte voller Hingabe zu mir spricht.“..

Meditationsübung

Setze Dich bequem hin, schließe Deine Augen und nimm Dir ein paar Minuten Zeit, deine Gedanken zu beobachten. Wahrscheinlich wirst Du wahrnehmen, dass diese Gedanken zeitweise mit der Vergangenheit oder mit Vorstellungen
von der Zukunft beschäftigt sind. Nimm die Gefühle wahr, die Du bei den Gedanken empfindest. Beobachte bei welchen dieser Gedanken Gefühle von Glück oder Traurigkeit, Lachen oder Angst aufsteigen, welche Gedanken Dich beflügeln und welche Deine Ängste verstärken. Jeder Gedanke wird mehr oder weniger bewusst von einer bestimmten Sichtweise getrieben. Erinnerungen, Wünsche, Kultur und alles, was Du bis jetzt erlebt hast, prägen, wie Du Dich und die Welt siehst.
Wenn Du regelmäßig meditierst, verlieren die sich ständig wiederholenden Gedankenmuster
und die damit einhergehenden Gefühle ihre Macht über Dich. Während Du sie einfach nur beobachtest, wie sie in der unendlichen Weite deines Bewusstseins kommen und gehen, wirst
Du Dich immer weniger in dem von Umwelteinflüssen getrimmten Geist und dessen
Schöpfungen wiedererkennen. Diese Schöpfungen werden nicht länger Deine Wirklichkeit bestimmen.
Du beginnst zu sehen, dass sie nur eine von unendlich vielen
Möglichkeiten darstellen, nur ein weiterer Ausdruck der unendlichen
Schöpferkraft, die uns allen innewohnt.

Herzliche Grüße,
David

© Copyright 2011 the Chopra Center for Wellbeing at La Costa Resort and Spa. 2013 Costa de Lar Rd. Carlsbad, CA 92009. “Healing Your Heart” aus dem Englischen angepasst von Joachim Schneider. Hier zum Originalartikel

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