Befreiung aus der Unterwelt

 

Roehrig Tarot - mit Genehmigung von Urania Koenigsfurt.com

Nach Angeles Arrien’s  „Handbuch zum Crowley Tarot

“Brich mein Herz, brich mein Herz, oh brich mein Herz nochmal, damit ich lieben lerne.

Rumi

In der Unterwelt gibt es 13 Drachen. Sechs sind Gedanken, drei Gefühle, zwei Energien und zwei fassbare Erfahrungen.  Wenn wir uns nicht für die Freiheit entscheiden, begegnen wir allen 13.

Die Unterwelt der Gedanken

Die Tür zur Unterwelt sind die Gedanken. Kummer, Versagensangst, Zwecklosigkeit,  Überanalyse, Selbstgrausamkeit und Angst vor dem Ruin und vor Verletzung sind die gedanklichen Drachen. Der Weg aus der Unterwelt besteht darin, sich zum Umdenken zu entscheiden.

 Kummer (3 Schwerter)

Die Unterwelt beginnt mit dem Kummer, der durch Dreiecksbeziehungen entsteht. Die erste Dreiecksbeziehung ist Mutter, Vater und Kind. Aussagen wie “Du machst immer“ oder “ Du machst nie “ zeugen davon, dass das Bewusstsein immer wieder zur selben erfolglosen  Verhaltensweise zurückkehrt. Du lernst einen neuen Menschen kennen, der Dich an einen ehemaligen Partner  oder an ein Elternteil erinnert und denkst „Der ist genau wie…“

Angst vor Niederlage (5 Schwerter)

Wer immer  dasselbe tut, bekommt mehr und mehr Angst, in eine neue Richtung zu gehen oder eine Beziehung einzugehen.  Wenn Du jemanden kennenlernst, denkst Du dann „Er sieht gut aus, ich mag ihn, aber ob das was wird?“.

Zwecklosigkeit (7 Schwerter)

Wenn Du lange genug denkst,  “Das wird wohl nichts, aber ich möchte es ja so gerne“, steht der nächste Drachen vor Dir und sagt: „Es ist umsonst. Es ist vergeblich. Es bringt doch alles nichts“.

Jeder Hoffnung verbreitende Gedanke wird mit einem „Ja. aber“ abgewürgt, das alle Gründe aufzählt, weshalb Du etwas nicht haben kannst und  Dir klar macht, warum es nichts wird mit der Beziehung oder dem beruflichen Vorankommen. Hilflosigkeit macht sich breit.

Überanalyse (8 Schwerter)

Wenn Du Dich eine Zeit lang hilflos gefühlt hast, kommen Zweifel auf. Das Vorgefallene wird immer wieder analysiert und dieselben Gedanken gehen Dir durch den Kopf. „Wann hat er angerufen? Was hat er gesagt? Wie hat er es gesagt? Was habe ich gesagt? Wie habe ich es gesagt?“.  Du gehst das Vergangene immer wieder durch. und schmückst diese Gedanken auch noch aus. Zögerlichkeit und Unentschlossenheit sabotieren Dein Vorhaben.

Selbstgrausamkeit (9 Schwerter)

Selbstzweifel sind wie Folter. Du denkst „Das wird eh nie was. Ich habe die Fähigkeiten dazu gar nicht“ oder „ Er würde mich sowieso nicht mögen, ich bin viel zu hässlich.“Das Blut tropft von den Schwertern und im Hintergrund weint die Seele. Warum bist du so hart mit dir?

Furcht vor Ruin  oder Verletzung (10 Schwerter)

Wenn Du eine Zeit lang grausam zu Dir warst, hast Du Dir eingeredet, dass Du die Beziehung oder berufliche Tätigkeit, die Du immer wolltest,  nie und nimmer bekommen kannst. Du bist Dir sicher „da wird sowieso nichts daraus.“ Du hast Angst, verletzt zu werden oder Geld zu verlieren (10 Schwerter).

Wenn Du Dich aus Angst vor Verletzung schützen möchtest, gehst Du in der Prozession der lebenden Toten. Du lebst ohne zu fühlen und ohne zu lieben. Deine Beziehungen sind  oberflächlich und Du meidest tiefergehende Beziehungen.

 

Die gute Nachricht ist, dass die ersten 6 Drachen nur Gedankenspiele sind. Mit Affirmationen, Visualisierungen, Meditation,  Archetypen und anderen belebenden Praktiken können wir die Drachen der Gedankenwelt in Luft auflösen.  Wenn wir allerdings nicht umdenken, begegnen uns die Gefühlsdrachen.

Die Unterwelt der Gefühle

In der Unterwelt der Gefühle gibt es 3 Drachen, Enttäuschung, Sucht und Trägheit.

Enttäuschung (5 Kelche)

„Er sagte, er würde anrufen und er hat nicht angerufen.“ Wenn die Enttäuschung darüber groß ist, ist dies ein Zeichen, dass Du schon lange  in der Unterwelt der Gedanken bist.  Der Himmel ist rot vor Zorn. Das Wasser ist betrübt.  Die zerbrechlichen Gläser verkörpern eine Unsicherheit.

Sucht (7 Kelche)

Enttäuschung und Niedergeschlagenheit können ins Verderben führen. Essen, Trinken, Sex, Drogen, Fernsehen, Rauchen, Einkaufen und alles andere, was Dich kurzfristig Deine Situation vergessen lässt, sind Ablenkungsversuche, um Dich besser zu fühlen.

Trägheit (8 Kelche) 

Wenn Du länger in so einer Verzweiflung steckst, kommt der Tag an dem Du Dir die Bettdecke über den Kopf ziehst und gar nicht mehr aufstehen willst.

Du fühlst Dich lustlos, kaputt und leer.  Es kommt zum Stillstand.

Diese Erschöpfung wirkt sich dies auf Deinen Energiepegel aus.

Die Unterwelt der Seele

Grundlose Angst (5 Stäbe) und Unterdrückung (10 Stäbe) berauben Dich Deiner Instinkte.

Grundlose Angst (5 Stäbe)

Du hast Angst und weißt nicht, wo sie herkommt und wo sie hin soll. Angst kommt von dem Bedürfnis, das Leben kontrollieren zu wollen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass Du das kontrollieren kannst. Panikattacken entstehen dadurch, dass Du Deine kreative Energie und das innere Feuer nicht rauslässt und nutzt.

Eine Möglichkeit mit dieser festsitzenden, ruhelosen Energie umzugehen ist zu handeln.

Wenn Du nachts nicht schlafen kannst, warum nicht meditieren oder kreativ sein?

Unterdrückung ( 10 Stäbe)

Wenn Du zu lange mit dieser Angst gelebt hast, ohne zu handeln, nimmst Du Dich immer mehr zurück und versteckst Dich. Die Gegenreaktion zu Angst ist Unterdrückung. Du sitzt fest und wirst träge und faul. Du schiebst wichtiges auf und willst es Dir auf dem Sofa gemütlich machen.

Die Unterwelt der Erfahrungen

Bisher hat sich die Reise in der Unterwelt nur in den Gedanken, Gefühlen und zuletzt in der Seele abgespielt. Wenn Du nicht zum Umkehren entschiedest,  erlebst Du die Folgen Deines Innenlebens in der fassbaren Welt.

Sorge (5 Scheiben)

Sorge ist ein Warnsignal, dass Du schon seit langem in der Unterwelt bist und viel Zeit mit negativen Gedanken verbracht hast. Wenn wir in Sorge sind, leben wir nicht im Augenblick, sondern im „Was wäre wenn?“ von Morgen oder dem „wenn ich doch nur“ von Gestern. Das Herz ist verschlossen und die Lebendigkeit unterdrückt.

Misserfolg ( 7 Scheiben )

Wovor Du auch immer Angst hattest, Du hast diese Angst in deiner Gedankenwelt genährt, sie in dein Herz genommen und Dir Deine Energie nehmen lassen.

Was macht Dich lebendig?

Wenn Du Dich nicht leicht fühlst und betrübt, frag Dich, was Dich lebendig macht, um wieder in die Sonne und ins Licht zurückzukehren.  Handeln saugt Angst auf. Beweg Dich von innen. Beweg Dich nicht in die Richtung in die die Angst gehen will. Fang ein närrisches Projekt an.

Entdecken Sie Ihren eigenen Archetypen auf der Entdeckungsreise

1 comment to Befreiung aus der Unterwelt

  • ursula dietl

    Toller Artikel! kraftvolle Poesie!
    „Das Blut tropft von den Schwertern und im Hintergrund weint die Seele“.

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