Weisheit leicht gemacht: 20 Grundsätze

Deepak Chopra , 28. November 2016, San Francisco Chronicle

Es wird nie ein Buch mit dem Titel „Weisheit für Dummies“ geben. Das würde sich widersprechen. Auch „Weisheit für kluge Köpfe“ nicht; Der Grund ist, dass Weisheit nicht in ein unveränderliches System gepresst und als solches gelehrt werden kann. Weisheit verliert ihren Wert, wenn sie als Erfahrung oder Lehren von einem Mentor an einen Schüler weitergegeben wird. Schon Sokrates beklagte dies, als er sich gegen die Sophisten wandte, eine Schule von Lehrern in Athen, die andere in Weisheit unterweisen wollten. Sokrates sprach von der Wahrheit, jenseits von Worten und Lehren, die erforderlich ist, um sich selbst zu finden. Wer die Wahrheit kennt, spricht nicht von ihr, sagten schon die Rishis Indiens. Im Gegensatz zu Informationen, Meinungen oder Wissen ist Weisheit eine große Herausforderung. Die Wenigsten streben nach ihr, auch weil man ohne sie viel  erreichen kann.

Weisheit wird interessanter, wenn wir ihr einen attraktiveren Namen geben: Aufwachen. Um herauszufinden, ob wir am Aufwachen oder schon aufgewacht sind, müssen wir jedoch wissen, was es heißt, zu schlafen. Wenn Aufwachen Leid, Verwirrung, Streit, Zweifel und die Angst vor dem Tod beenden kann, hat Weisheit ihre Berechtigung.

Weisheit kann weder gelehrt noch gelernt werden. Wir verinnerlichen sie, nicht durch unsere Gene, sondern durch bewusste Entscheidungen.  Auf dem bewussten Weg zur Weisheit, gibt es einen Leitfaden, der verschiedene Möglichkeiten aufzeigt, wie wir uns mit der Natur austauschen können. Das ist wie, wenn man einem kleinen Kind ein  Buch gibt, in der Hoffnung, dass es darin zu lesen beginnt.

Einen Leitfaden zum Aufwachen, bestend aus 20 Grundsätzen, habe ich vor mehreren Jahren aufgestellt, um den Glauben an eine Jahrhunderte alte Weisheit, auch in Zeiten der Skepsis, des Materialismus und der Unsicherheit zu bewahren. Kürzlich  stieß ich wieder auf diese Liste und biete sie hier kommentarlos an. Vielleicht geben Ihnen diese Grundsätze einen Einblick darüber, wo Sie im Leben stehen, wo Sie hin wollen, oder was Sie erneuern möchten.

  1. Denk immer „grenzenlose Möglichkeiten“. Grenzenlosigkeit geht in alle Richtungen.
  2. Wähle bewusst. Jedes Mal.
  3. Achte auf den zeitlosen Kern Deines Wesens.
  4. Pflege den Schatz Deines Innenlebens. Dein Innenleben ist die Quelle grenzenloser Kreativität. Träume und lass Deiner Fantasie freien Lauf. Frage Dich, was das alles zu bedeuten hat.
  5. Alles ist mit allem verbunden.
  6. Frage nicht „Was ist das Problem?“ Frage „Was ist die Chance zur Weiterentwicklung?“
  7. Keine Schuld im Universum bleibt unbezahlt.
  8. Dein einzige Identität ist „Ich bin“, ohne Einordnung und grenzenlos. Jede Schublade, mit der Du Dich benennst, begrenzt Dich.
  9. Das Unsichtbare und Unscheinbare gebärt das Sichtbare und Fassbare.
  10. Freunde Dich mit dem Widersprüchlichen an und umarme es. Ungewissheit ist die Wiege der Kreativität.
  11. Das Bewusstsein bestimmt den Energie- und Informationsfluss im Körper, in Deinen Beziehungen und Deiner Welt.
  12. Am schnellsten entwickeln wir höheres Bewusstsein, in dem wir in diesen Augenblick kommen.
  13. Freude ist unser natürlichster Zustand. Sie ist die Grundlage für Liebe, Mitgefühl, Heilung und den Wunsch das Leid zu lindern.
  14. Sei Dir selbst Dein bester Freund. Vergib Dir und hör auf, Dich abzuwerten.
  15. Intuitiv sein, heißt mit dem Körper, dem Herz und der Seele hinzuhören.
  16. Dein Selbst lässt sich nicht in einen Körper pressen oder in ein Leben.
  17. Emotional intelligent zu sein, heißt ohne Kategorien oder Bewertung zu fühlen.
  18. Gedanklich sind wir mit allen denkenden Wesen aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem bedeutungsvollen Austausch verbunden.
  19. Deine Wirklichkeit kommt aus Deiner Quelle. Übernimm die Verantwortung dafür.
  20. Unabhängig davon, in welcher Situation Du bist, vergiss nicht, dass Du immer die Wahl hast.

Übertragen aus dem Amerikanischen von Joachim Schneider

Hinterlassen Sie einen Kommentar

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>