Die 6 Vedischen Philosophien

Die Veden kennen „6 Sichtweisen“, genannt „Sad Darshana“.  1. Nyaya, die objektive Analyse und (2) Vaisheshika, der praktische Nutzen, 3. Samkhya, die innere Wahrnehmung und (4) Yoga,  Körperübungen und Meditation, (5) Purva Mimamsa, die Regeln des Lebens und (6) Uttara Mimamsa auch Vedanta genannt, die Erkenntnis, dass das Bewusstsein grenzenlos ist.

Nyaya

Nyaya, die „objektive Analyse“, beschreibt eine fassbare Welt, die unabhängig von unseren Gedanken besteht. Eigene Wahrnehmungen und Gefühle werden einer rationellen Analyse unterzogen. Die Wurzel aller Probleme sind unsere  falschen Vorstellungen.  Ein spiritueller Mensch mit einer Nyaya Philosophie glaubt an einen allmächtigen Gott, der die Welt erschaffen hat und an die Gesetzmäßigkeiten seiner Schöpfung.  In der vedischen Astrologie steht Nyaya für Mars.

Vaisheshika

Vaisheshika, die  „Unterscheidung“,  nimmt die Welt mit den 5 Sinnen war, ordnet sie, und zieht daraus Schlussfolgerungen,  um das Leben aller Beteiligten spürbar zu verbessern. Vaisheshika ist das praktische Gegenstück von Nyaya. Vaisheshika steht für Venus.

Samkhya

„Samkhya“  „zählt auf“, was innerlich wahrnehmbar ist. Das ist die Wahrheit des Augenblicks.  Die Welt ist wirklich und keine Illusion. Jedes Lebewesen hat zwar eine Seele, aber Gott muss nicht in jedem Lebewesen sein. In der Bhagavad Gita ist Krishna ein Samkyha Philosoph  und sagt „Und jetzt tue, was du willst!“. Samkhya steht für den Mond.

Yoga

Yoga ist sowohl Philosophie als auch Praktik mit dem Ziel, eine Einheit von Körper, Geist, Seele und Umfeld herbeizuführen.  Als Gegenstück zum theoretischen und atheistischen Samkhya unterteilt Yoga die Welt ebenfalls in Bewusstsein und Fassbares. Das Ziel ist, sich mit dem Göttlichen im Herzen zu vereinen und jeder Mensch ist sein eigener Retter. Das Göttliche, der „Ishwara“ ist eine höhere Macht oder ein persönlicher selber gewählter Gott.

Die Wahrheit finden wir durch unsere eigene Wahrnehmung, durch Logik und in verlässlichen Quellen.

Die Grundlagen des Yoga sind die Yoga Sutren von Patanjali, die Upanischaden und die Bhagavad Gita. Yoga beschreibt 4 Wege, 8 Bestandteile einschließlich der Körperübungen, aber auch Mantren- oder Chakrenmeditationen. All diese Praktiken haben das Ziel, die Lebensenergie, die Kundalini zu erwecken und das Wirkliche von dem nicht Wirklichen zu unterscheiden. Yoga geht vom Gesetz vom Karma aus und davon, dass wir wiedergeboren wurden. Yoga steht für Saturn.

Purva Mimamsa

Im Purva Mimamsa ( „frühere Erkundung“)  ist unser Leben das Ergebnis unserer Handlungen und in wie weit wir die Regeln des Lebens befolgen. Wie viele Verdienste („Punyas“) wir erwerben und wie viele Sünden  („Papas“) wir begehen, bestimmt, in welchen Himmel oder in welche Hölle wir kommen und die Qualität unseres nächsten Lebens. Wenn wir Gutes tun, erleben wir Freude, Reichtum und Glück und werden in eine wohlhabende Familie hineingeboren. Wenn wir sündigen, erfahren wir Leid, Krankheit und Mangel, werden in eine arme Familie geboren und müssen Hunger oder Krieg erleiden.

Um unsere Ziele zu erreichen und Verfehlungen wieder gut zu machen, gilt es, Buße (Prayaschiita) und gute Werke zu tun („Daana“), enthaltsam zu leben („Tapas“) , zu fasten,  Feuerrituale durchzuführen („Pujas“),  Gott zu verehren („Homa“) und auf Pilgerreise zu gehen. Mit Meditation, Yoga und der Hilfe eines Gurus kann ein Mensch seine wahre Natur erkennen und eins werden mit Gott.

Es gibt Menschen,  die monatelang auf einem Bein stehen, die Hand hochhalten oder sich die Fingernägel nicht schneiden, um sich von ihren Sünden zu reinigen. Krishna lehnt in der Bhagavad Gita extreme Formen von Selbstkasteiung ab. Purva Mīmāṃsā hat wenig Interesse an einer systematischen Erkundung des Göttlichen, wie diese im Vedanta praktiziert wird, und beschäftigt sich stattdessen lieber mit der richtigen Durchführung von Ritualen und den gesellschaftlichen Verpflichtungen des Einzelnen. Purva Mimamsa steht für Merkur.

Vedanta (Uttara Mimamsa)

Veda bedeutet „Wissen“ und  “Anta”  das “Ende”, die Schlussfolgerung aus diesem Wissen. Vedanta wird auch „Uttara Mimamsa“, die „spätere Erkundung“ genannt, im Gegensatz zu „Purva Mimsamsa“, der Beschäftigung mit den Regeln des Lebens.

Vedanta wurde von Adi Shankara begründet, einem Mönch in Indien, der um 700 n. Chr. lebte.Adi Shankara bezieht sich in seiner Lehre auf die Upanishaden (750–500 v. Chr). Ramakrishna, Vivekananda, Ramana Maharshi, Ken Wilber, Gangaji und Mooji sind neben Deepak Chopra andere bekannte Anhänger von Adi Shankaras Vedanta.

Lesen Sie hier, was Deepak Chopra selber über Adi Shankara sagt.

Adi Shankara kritisiert das Rituelle und die Pujas an der Mīmāṃsā Philosophie und

betont Befreiung durch Erkenntnis. Die Erkenntnis ist, dass Gott und Mensch, „ich“ und „Du“, „Atman“, die „Seele“ und „Brahman“, die Weltseele, nicht voneinander getrennt sind, sondern „advaita“,  „eins“ und grenzenlos. „Ich bin das Universum“ „Ahambramasmi“, göttlich und unzerstörbar.  bin brauche mich daher nicht mit meinem Körper, Aussehen, meiner Persönlichkeit oder sozialen Stellung zu identifizieren und kann den Mangel an Zeit und Geld auflösen.Jedes Lebewesen ist Gott in Verkleidung. Die Wahrheit ist in jedem Menschen und Tier, in jeder Pflanze, jeder Religion und Kultur zu finden. Deshalb soll jeder seinen einzigartigen Weg gehen. Vedanta steht für Jupiter und die Sonne.