Spirituelle Gesetze

Chopras 7 spirituelle Gesetze des Erfolges geben einen tieferen Einblick in Chopras Denken.  Er sieht deren Ursprung in der vedischen Lehre, wobei er das Gesetz des geringsten Widerstands auf den Taoismus zurückführt.

1. Das Gesetz des Karmas

Das Gesetz von Ursache und Wirkung, dass wir ernten, was wir sähen,  kommt aus der vedischen Lehre, genauer gesagt, aus dem „Rig Veda“.  Das „Gesetz der Anziehung“ oder Resonanz, welches nicht zu Deepak Chopras 7 spirituellen Gesetzen gehört, kann im Gesetz des Karmas mit einbezogen werden, wenn Gedanken als Handlungen betrachtet werden. Was wir denken, fühlen und handeln, ziehen wir an.

Chopra bezieht sein Gesetz des Karmas, der Folgen unseren Handlungen, nicht ausdrücklich auf das letzte Leben,  wie dies im Hinduismus und genauer gesagt im Purva Mimamsa, einer anderen vedischen Philosophie üblich ist,  Im Gegensatz zu Purva Mimamsa, nach dem man mit Ritualen und Opfergaben seine Verfehlungen wieder gutmachen kann, spricht Chopra im Zusammenhang unserer vergangenen Handlungen nicht von Sünde oder Wiedergutmachung. Genau wie Adi Shankara vor ihm, kritisiert Chopra das Rituelle an der Mīmāṃsā Philosophie und gibt dies sogar als einen Grund an, weshalb er die TM Organisation verlassen hat, für die dieser rituelle Aspekt offenbar wichtig ist.

2. Das Gesetz des geringsten Widerstands

Das Gesetz des geringsten Widerstands ruft auf, die Situation, in der wir uns befinden anzunehmen. Chopra sieht den Ursprung dieses Gesetzes im Taoismus. Dem Tao zu folgen, heißt absichtsfrei  und unkontrolliert mit dem Strom zu schwimmen und „Wu Wei“, „nicht zu handeln. Ein Mensch soll in Harmonie mit dem Umfeld leben, anstatt nach gesellschaftlichem Erfolg zu streben, was im Konfuzianismus betont wird. Die Mitte ist das richtige Maß. Die Gegensätze von Yin und Yang erklären den Wandel.  Was gut ist, ist auch schlecht. Der Taoismus ist sowohl Religion als auch Philososphie in China. Er geht auf das „Tao Te Ching“ nach Laotse, aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. zurück. Der Tod hat  keine besondere Bedeutung und man glaubt nicht an Erlösung. Es gibt nichts, von dem wir gerettet werden müssen und von Gott wird nur selten gesprochen. Taoistische Praktiken wie Tai Chi, QiGong oder Akupunktur werden am Chopra Center nicht  gelehrt. Der Schwerpunkt liegt größtenteils auf den vedischen Weisheiten.

3. Das Gesetz des Gebens

Das Gesetz des Gebens besagt, dass man jedem, dem man begegnet, etwas geben soll, wie ein Lächeln oder eine Blume. Das Gesetz des Gebens beruht auf dem zuvor besprochenen Gesetz des Karmas, nachdem wir das ernten, was wir sähen.

4. Das Gesetz von Absicht und Wunsch

Das Gesetz von Absicht und Wunsch geht von der tantrischen Idee aus, dass Wünsche ein göttliches Geschenk sind und das Bewusstsein ausweiten können. Wenn wir, wie Chopra sagt, unseren Wünschen folgen, wird uns dies zu Gott führen.

Dass wir jetzt bereits das Ergebnis unserer Wünsche sind, wird in den Upanischaden, den vedischen Schriften, beschrieben:  “Du bist Dein tiefster Wunsch. Dein Wunsch bestimmt Deine Absicht, Deine Absicht, Deinen Willen, Dein Wille Deine Tat, Deine Tat, Dein Schicksal.“ 

5. Das Gesetz des Loslassens

Das Gesetz des Loslassens  fordert dazu auf, anstatt nach Sicherheit zu streben, das Ungewisse zu tun. Es gilt Absichten zu setzen und diese loszulassen und Ziele nicht zu erzwingen.  Dieses Gesetz wird teilweise durch die Bhagavad Gita, einen vedischen Text, unterstützt, in dem es heißt  „Lass weder die Früchte deiner Handlung dir Motiv zur Handlung sein, noch wende dich zum Müßiggang.“

Indem Chopra dazu anregt, den ungewissen Weg zu gehen, geht sein Gesetz des Loslassens über den vom Ergebnis unabhängigen, pflichtbewussten Weg des Karma Yogis hinaus.

6. Gesetz des Dharma

Im Gesetz des Dharmas  bezieht sich Chopra auf das „Svadharma“, die eigenen Talente und Gaben und wie man der Menschheit am Besten dadurch dienen kann.  Dharma im Hinduismus, Buddhismus oder Jainismus bezieht sich jedoch mehr auf die gesellschaftlichen und familiären Pflichten eines Menschen. Sowohl die inneren Gaben als auch die gesellschaftlichen Pflichten werden im folgenden Satz von Krishna aus der Bhagavad Gita angesprochen:

„Besser ist die eigene Pflicht, auch wenn sie nicht verdienstvoll ist, als eine noch so gut erfüllte fremde Pflicht.“ (Bhagavad Gita, 3. Kapitel 35. Vers)

7. Das Gesetz des reinen Potentials

Das Gesetz des Reinen Potentials besagt, dass wir die grenzenlosen Möglichkeiten sind. Dieses Gesetz beruht auf Adi Shankaras Advaita Vedanta Philosophie, nach der das grenzenlose Bewusstsein in jedem Menschen und Lebewesen zu finden ist. Demgemäß ist jeder Mensch Gott in Verkleidung und hat grenzenloses Potential.