Annehmen können

David Simon

Während der letzten paar Monate sind so viele herzliche Menschen in mein Leben getreten und haben ihre Geschichte, Anregungen und Sichtweisen mit mir geteilt. Dafür bin ich dankbar.

Ich habe erst kürzlich bemerkt, dass ich, solange ich zurückdenken kann, den Wert meines Lebens immer nur an dem gemessen habe, was ich anderen geben kann. Wenn ich einem Menschen, der Gemeinschaft oder dem großen Ganzen nicht dienen konnte, hatte ich nicht das Gefühl, wirklich wertvoll zu sein. Diese Haltung ist in unserer Kultur tief verwurzelt und ich bin damit aufgewachsen.

Da es mir aufgrund meiner gegenwärtigen gesundheitlichen Herausforderungen nicht leicht fällt, meine Erfahrungen in Worten auszudrücken, habe ich mich gefragt, was mein wirklicher Wert in der nächsten Phase meines Lebens ist. Ein Rabbi, dem ich kürzlich von diesem Anliegen erzählt habe, gab mir folgenden für mich bedeutsamen Rat: “Im Laufe eines Lebens gibt es Zeiten, in denen das Geben im Vordergrund steht und es das Beste ist, zu dienen. Aber auch das Nehmen hat seinen Wert. Wenn wir anderen Menschen erlauben, uns zu dienen, kann dies genauso zutiefst wertvoll, belebend und verbindend sein, wie wenn wir geben.

Das ist wie, wenn Sie einem Menschen, den Sie lieben, etwas schenken und sich vorstellen, wie er sich ausgelassen darüber freut. Wenn der Beschenkte das Geschenk nicht annimmt, sind Sie enttäuscht und traurig. Geben und Annehmen sind miteinander verwoben.

Das Gesetz vom Geben und Annehmen regt dazu an, den Fluss des Lebens und der Liebe aufmerksam zu beobachten. Wenn wir Glück versprühen wollen, unterstützt sowohl Geben als auch Annehmen das Leben.

Herzlichst,

David

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